Langsam arbeiten wir uns bei unserem Blog-Rückblick in die Gegenwart vor. Allerdings bleibt die zeitliche Distanz noch beträchtlich: 2015 – über ein Jahrzehnt ist das schon her… Was fällt also auf, wenn wir Rückschau halten? Was können wir für heute daraus mitnehmen und warum machen wir heute manche Dinge anders?
Gäste, …
Sehen wir uns deshalb dieses Mal doch die Dinge an, die wir heute nicht mehr so machen. Dabei fällt mir als Erstes auf, dass wir damals noch sehr viele Gastblogger hatten. Wenn ich heute so zurückblicke, finde ich es durchaus erfrischend, die unterschiedlichen Perspektiven der Autor:innen zu lesen.
Doch ich erinnere mich auch, dass die Abstimmung nicht immer einfach war, da viele Themen oft nur am Rand mit Technischer Kommunikation zu tun hatten. Auch war die sprachliche Anpassung für ein praxisorientiertes Fachblog nicht immer einfach. Tatsächlich haben wir uns nie explizit dagegen entschieden, mit externen Bloggern zusammenzuarbeiten. Aber im Lauf der Zeit wurde das immer seltener, weil der Aufwand dann doch oft höher war als der Nutzen für unsere Leser:innen.
Paraden, …
Nostalgisch berührt hat mich auch ein Artikel, mit dem wir an einer Blogparade teilgenommen hatten. Solche Blogparaden, bei denen – angeregt von einer oder einem bekannten Blogger:in – mehrere Blogs zu einem Thema schreiben, sind mittlerweile recht selten geworden.
Das scheint mir auch ein Zeichen für die zunehmende Konzentration der sozialen Netzwerke auf einige wenige Plattformen und für die allgemeine Kommerzialisierung des Social Web zu sein. Sozial und gemeinschaftlich geht es schon lange nicht mehr zu in Social Media: Bling-Bling, offene oder versteckte Werbung und vor allem viel Skandalisierung machen das Social Web für mich immer unattraktiver.
Eigentlich schade, welchen Weg wir hier gegangen sind. Aber in der Konsequenz bleibt: Blogparaden sind heute leider nur noch ein liebenswertes Relikt aus einer besseren Social-Media-Zeit.
Gutzis und Bücher
Ähnlich nostalgisch berührt hat mich die Weihnachtsaktion, die wir damals alljährlich gestaltet haben. Jedes Jahr hatten wir uns ein „Gutzi“ überlegt, bei dem sich Kunden, Partner und alle Leser:innen eine liebevoll gestaltete Kleinigkeit als Weihnachtsüberraschung herunterladen konnten. 2015 war das eine eigens kreierte Geschenkebox, die sich auch heute noch herunterladen lässt.
Irgendwie vermisse ich ja diese kleinen Spielereien in der Vorweihnachtszeit. Aber wenn ich genauer darüber nachdenke, finde ich unsere aktuelle Aktion doch noch passender. Da verlosen wir eine Weihnachtsspende an Vereine und Aktionen, die von den doctima-Kunden und Kolleg:innen vorgeschlagen werden.
Weitgehend weggefallen sind auch die Buchrezensionen, die mir 2015 noch besonders auffallen. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass Bücher in der Technischen Redaktion eher ein Nischenmedium geworden sind, um sich fortzubilden. Vermutlich ist das den schnelllebigen Entwicklungen in unserem Arbeitsfeld geschuldet. Da bleibt oft weder die Zeit, ein Buchprojekt lange vorzubereiten, noch bietet sich die Gelegenheit, aufwendige Literaturrecherche zu betreiben.
Doch was bleibt…?
Natürlich ist heute nicht alles weggefallen, was wir damals in unserem Blog gemacht haben. Vieles ist auch heute noch relevant, z. B. diverse Beiträge zu Sprachthemen wie dem Genitiv, Anglizismen oder Fachwörtern.
Ganz besonders sind mir aber zwei Beiträge aufgefallen. In dem einen beschäftigen wir uns – ich glaube, zum ersten Mal – mit dem Thema „Information 4.0“. Im ersten Moment dachte ich mir: „Das kann doch noch gar nicht so lange her sein.“ Aber dass das so ist, wird schnell klar, wenn ich überlege, was sich seitdem getan hat: Content Delivery, iiRDS, Ontologien etc. Wahnsinn – schon mehr als 10 Jahre smart information, das hätte ich nicht gedacht.
Der andere herausragende Post war ein Beitrag zu einer Diskussion, die rund um die tekom Jahrestagung 2015 geführt wurde. Dabei ging es um die Frage, ob Deutschland zu zögerlich ist und den Nutzen von DITA einfach nicht erkennt. Die Glaubenskriege rund um DITA sind heute ein wenig ruhiger geworden. Aber der überwältigende Siegeszug von DITA ist (auch international) gleichermaßen ausgeblieben. An der deutschen Zögerlichkeit allein wird‘s wohl nicht gelegen haben…




