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Fazit-Runde in einem unserer PowerWebinare. Ich blicke in zufriedene Gesichter. Thematisch ging es um Standardisierung – Standardisierung von Inhalten und Prozessen. Die Zufriedenheit speist sich jedoch nicht nur aus dem fachlich-handwerklichen Erkenntnisgewinn. Mindestens genauso wichtig ist den Teilnehmer:innen, dass ihnen klar geworden ist: Die Effekte von Standardisierung haben ein enormes Wertschöpfungspotenzial für das gesamte Unternehmen. Und das ist die Chance, Stakeholder und Geldgeber außerhalb der Technischen Redaktion für die Belange der Technischen Redaktion zu gewinnen. Vielleicht ja auch bei Ihnen?
Die Sprache der Entscheider:innen sprechen
Allerdings: Um Entscheider:innen von diesem Wertschöpfungspotenzial zu überzeugen, sollten Sie nicht mit dem Label „Standardisierung“ hausieren gehen. Was uns Redaktionen fachlich vollkommen klar ist, klingt in den Ohren von Entscheider:innen und Strateg:innen schnell nerdig und irrelevant. Wen interessieren schon Regeln für die Formulierung von Handlungsaufforderungen, wenn es darum geht, die Reisezeiten für den Außendienst zu reduzieren?
Hellhörig werden Geldgeber:innen immer dann, wenn man „ihre“ Themen adressiert – wenn sie sehen: Hier versteht jemand meine Ziele und meinen Druck – hier ist jemand, der hilft, die Probleme und Herausforderungen effektiv zu meistern.
Aktuell sehe ich vor allem in den folgenden drei Themen großes Potenzial für Technische Redaktionen. Themen, zu denen Sie einen unverzichtbaren Beitrag leisten können – genau mit Ihrer Expertise in Standardisierung.
Digitaler Produktpass: Ihr Einstieg ins Budget-Gespräch
Ich vermute, dass wie bei vielen unserer Kunden auch bei Ihnen der Digitale Produktpass aktuell immer mehr zum Thema wird. Von Entwicklung über Einkauf, Produktion, QM bis zur IT sind viele Unternehmensbereiche gefordert, eine gemeinsame Lösung auf die Beine zu stellen.
Und Sie als Technische Redaktion: Es ist vor allem Ihre Expertise in Standardisierung, mit der Sie hier einen entscheidenden Beitrag zur Lösung dieser Mammutaufgabe leisten können. Einheitliche Terminologie, Wiederverwendbarkeit von Inhalten, standardisierte Dokumentstrukturen, konsequente Qualitätssicherung, stabile Bereitstellungsprozesse – das sind genau die Hebel, die für den Digitalen Produktpass benötigt werden.
Das Gute an diesem Hochaufmerksamkeitsthema ist: Wenn Sie in Sachen Standardisierung noch Nachholbedarf haben, ist das jetzt Ihre Chance auf Investitionen. Fordern Sie die Ressourcen – für zielgenaue Standardisierungskonzepte, für das nötige Upgrade von Redaktionssystem und Prozessen und für das Training Ihres Teams. Denn für die Umsetzung des Digitalen Produktpasses leisten Sie einen Beitrag, den niemand sonst im Unternehmen erbringen kann. Das Ergebnis kommt dem gesamten Unternehmen zugute. Kein Projekt ist fürs Management lohnender.
Service-Entlastung: Wenn Standardisierung Reisekosten spart
Das Fachpersonal wird knapp. Die Reisewilligkeit von jüngeren Mitarbeiter:innen nimmt stetig ab. Und die erfahrenen Leute gehen. Vielleicht ist es auch in Ihrem Unternehmen so. Und vielleicht sehen auch Sie sich in Ihrer Technischen Redaktion mit Forderungen konfrontiert, mehr und vor allem spezifischere Informationen für Kolleg:innen in Montage, Inbetriebnahme, Support und Störungsbehebung zur Verfügung zu stellen.
Rein fachlich gesehen ist es wie beim Digitalen Produktpass: Vor allem Ihre Expertise in Standardisierung macht Sie hier zum entscheidenden Partner. Wenn Ihr Content modular und zielgruppengerecht organisiert ist, wird die Bereitstellung in neuen Kanälen fast nur noch eine technische Aufgabe.
Auch wenn Sie diese Anforderungen bisher nicht bedienen können, sollten Sie gerade jetzt nicht in die Defensive gehen. Nutzen Sie die Chance auf Investitionen: Nehmen Sie die Herausforderung an und beziehen Sie die Stakeholder so ein, dass am Ende beide profitieren. Das Unternehmen mit seinen strategischen Zielen. Und Sie als Redaktion – mit optimalen Standardisierungskonzepten, Upgrade von Redaktionssystem und Prozessen, Training Ihres Teams.
KI-Lösungen: Wenn Ihr Content zum strategischen Trumpf wird
KI-Lösungen stecken an vielen Stellen noch in den Kinderschuhen. Doch in vielen Unternehmen ist die Investitionsbereitschaft in KI aktuell besonders hoch. Und vor allem mithilfe Ihrer Technischen Redaktion kann Ihr Unternehmen wirkungsvolle KI-Lösungen entwickeln, die heute bereits deutlichen Nutzen bieten.
Der Schlüssel liegt in dem Content, den Sie als Team in Kontinuität und mit hohem Qualitätsbewusstsein pflegen. Je stärker standardisiert, desto besser: Ihr Content eignet sich dann zum Beispiel perfekt als Wissensgrundlage für KI-basierte Chatbots (fachlich: RAG-fähige Chatbots). Besonders hoch sind die Anforderungen an terminologische Konsistenz, Einheitlichkeit sprachlicher Muster, Modularisierung und eindeutige Klassifizierung von Inhalten.
Wenn Sie sich als Content-Provider für wirksame KI-Lösungen positionieren, ist Ihnen die Aufmerksamkeit von Strategen und Entscheidern sicher. Ihre Technische Redaktion wird als unverzichtbarer Teil der Lösung wahrgenommen – eine Lösung, die selbstredend mit den nötigen Investitionen ausgestattet werden muss. Auch um das Standardisierungsniveau auf die erforderliche Ebene zu heben.
Fazit
Sie sehen: Weil Standardisierung Lösungen für akute Unternehmensprobleme schafft, öffnen sich Türen für Ihre redaktionellen Kernbedürfnisse – die sonst oft keine Aufmerksamkeit finden. Win-win: Entscheider:innen bekommen ihre Ziele erfüllt, Sie können investieren in Content-Qualität und systematische Professionalisierung.
Und vielleicht blicken Sie nach Ihrem nächsten Budget-Gespräch genauso zufrieden drein wie die Teilnehmer:innen in unserem Webinar. Der Unterschied liegt oft nicht im Thema selbst – sondern darin, wie Sie es adressieren. Sprechen Sie die Sprache Ihrer Entscheider:innen: Digitaler Produktpass, Service-Entlastung, KI-Potenzial. Und zeigen Sie, dass Ihre Redaktion nicht nur Teil des Problems ist, sondern der entscheidende Teil der Lösung.


