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Spricht man mit Terminolog:innen, dann hört man immer wieder dieselbe Klage: Die laufenden Projekte stocken; man ist bei Weitem nicht da, wo man gerne wäre; die Unterstützung im Unternehmen fehlt. Unzufriedenheit allüberall.
Doch woran liegt es, dass so viele Terminologieprojekte nicht vorankommen? Wir haben Ihnen hier einmal die fünf wichtigsten Gründe zusammengefasst, warum Terminologie oft länger braucht, als man sich wünscht. Und wir zeigen, wie Bare Bones Terminology diese Herausforderungen in den Griff bekommt.
1. Wenn man nicht weiß, wo’s weh tut
Auf den ersten Blick mag das überraschen, aber in vielen Terminologieprojekten ist gar nicht so genau klar, worum es eigentlich gehen soll: einen Terminologiezirkel einführen, die Datenqualität heben, einheitliche Kommunikation ermöglichen… Solche Projekte sind extrem ungenau formuliert. Die Gefahr ist dann groß, dass man im Projektverlauf permanent nur im Nebel stochert und nie zu einem echten Ergebnis kommt.
Damit das nicht passiert, kümmern wir uns mit unserer Methode Bare Bones Terminology schon ganz zu Beginn darum, dass das geplante Terminologieprojekt ein echtes, klar umrissenes Problem löst. Und ja, ein Problem. Nicht alles, was gerade stört und was man schon lange mal angehen wollte. Dabei bewerten wir gemeinsam in der Kick-off-Gruppe, welches Problem akut am meisten schadet und welches sich am einfachsten umsetzen lässt. Auf das konzentrieren wir uns dann und kommen dadurch schnell zum Ziel.
2. Wenn man will, aber nicht darf
Sprache und damit auch Terminologie durchzieht das ganze Unternehmen. Daten im PIM, Produktbezeichnungen aus dem Marketing, Teilelisten aus der Konstruktion: Es gibt unzählige Stellen an denen Sprachdaten zusammenkommen. Manche Projekte kranken nun – überspitzt gesagt – daran, dass die Projektbeteiligten versuchen, die Probleme, die sich aus diesen unterschiedlichen Quellen ergeben, am Ursprungsort zu lösen. Nun ist es aber oft so, dass Terminologieprojekte an den Stellen gestartet werden, an denen die Probleme alltäglich spürbar werden, und nicht in den obersten Managementebenen (auch wenn die Probleme dort durchaus Aufmerksamkeit verdienen würden).
Das bedeutet aber, dass Sie in den allermeisten Fällen keinen direkten Einfluss auf diese Stellen nehmen können. In der Konsequenz verbringen Sie viel Zeit damit, andere zur Mitarbeit zu überreden, verbunden mit einem gehörigen Maß an Frustration. Bei Bare Bones Terminology empfehlen wir unseren Kund:innen deshalb, sich auf solche Probleme zu konzentrieren, die in ihrem unmittelbaren Einflussbereich bearbeitet werden können. Erst wenn diese gelöst sind, hat man eine Basis, auf der sich umfangreichere Projekte durchführen lassen.
3. Wenn man zu viel abgebissen hat
Oft ist auch der Zuschnitt der Projekte ein Problem, das von Terminolog:innen angegangen wird. In voller Begeisterung versucht man gleichzeitig, alle Missstände zu beheben, die sich auf sprachlicher Ebene im Unternehmen zeigen. Dahinter steckt die Beobachtung, dass irgendwie natürlich alles mit allem zu tun hat. Dass eine Grenze für das Projekt immer künstlich gesetzt ist und es immer angrenzende Phänomene gibt, die es sich auch noch lohnen würde, in den Blick zu nehmen. So kommt man dann vom Hundertsten ins Tausendste und nie zum Abschluss.
Hier hilft nur eine klare Projektdefinition, eine Konzentration auf ein einziges lösbares Problem. Ist dieses Problem dann gelöst, kann man ja das nächstwichtigste Problem angehen. Aber in der Zwischenzeit genießt man schon die Erfolge aus dem ersten Projekt. Manche befürchten zwar, dass durch dieses schrittweise Vorgehen Lösungen entstehen könnten, die dann nicht zur nächsten Problemlösung passen. Tatsächlich ist das genaue Gegenteil der Fall. In unseren Bare-Bones-Projekten haben wir gesehen, dass überschaubare Projekte oft die Basis für umfangreichere Lösungen bilden. Sie sind quasi Pilotprojekte, die zeigen, wie Prozesse gut funktionieren und die sich dann sukzessive weiter ausbauen lassen. Mit dem zusätzlichen Vorteil, dass sie schon von Anfang an zum Erfolg des Unternehmens beitragen.
4. Wenn alle mitreden dürfen
Manchmal geben Terminologie-Expert:innen den Rat, dass möglichst viele Beteiligte in Projekte einbezogen sein sollen. Das Problem dabei ist, dass mit der Zahl der Beteiligten die Komplexität des Projekts exponentiell steigt. Terminfindung, Abstimmungsbedarfe, Geschmacksfragen – alles wird immer komplexer. Hinzu kommt, dass die fachliche Kompetenz nicht unbedingt steigt, indem mehr Leute teilnehmen. Viele Menschen sind keine Sprachfachleute und müssen das für ihre Aufgaben auch nicht sein. Terminologieprojekte brauchen aber meistens ein hohes Maß an sprachlicher Analysefähigkeit und linguistischem Abstraktionsvermögen. In großen Projektteams bedeutet das, dass die Terminolog:innen einen gehörigen Anteil an Qualifizierungsarbeit leisten müssen, um alle Beteiligten abzuholen und arbeitsfähig zu bekommen. Viele Sprachexpert:innen unterschätzen diesen Aufwand.
Bei Bare Bones Terminology empfehlen wir deshalb den Kreis der Beteiligten so klein wie möglich zu halten. Alle Mitglieder im Projektteam nehmen eine genau umrissene Rolle ein. Sollte es notwendig sein, dass linguistische Laien im Team mitarbeiten, muss explizit berücksichtigt werden, dass hier eine Grundqualifikation für das terminologische Arbeiten geleistet werden muss.
Den Kreis der Beteiligten klein zu halten, hat außerdem den Vorteil, dass oft auch Leute ausgeklammert werden können, die erst aufwändig vom Sinn eines Projekts überzeugt werden müssen und die sich nur widerwillig beteiligen. Sobald ein Projekt dann umgesetzt ist, erwacht dann das Interesse daran und sie wünschen sich von sich aus die Lösung, von der sie zuvor kaum zu überzeugen gewesen wären. Wie heißt es im Englischen so schön: „Nothing succeeds like success.“
5. Wenn man nicht weiß, wann’s gut ist
Ganz zu Beginn dieses Posts haben wir gezeigt, wie wichtig es ist, ein klares Verständnis von dem Problem zu bekommen, das es zu lösen gilt. Dabei gibt es eine weitere Aufgabe, die oft nicht bedacht wird. Nämlich festzulegen, wie das Ziel des Projekts aussehen soll. Woran erkennt das Projektteam, dass die Arbeit getan ist? Uns begegnen immer wieder Situationen, in denen Arbeit in eine Lösung investiert wird, deren Ziel (vielleicht) schon erreicht ist. „Wir wollen pro Jahr 200 neue Termkandidaten bearbeiten.“ Da stellt sich doch die Frage „Warum?“ Ist mehr hier wirklich besser? Welches Ziel soll denn durch die Terminologiearbeit erreicht werden und wann ist der Datenbestand dafür ausreichend?
Bei Bare Bones Terminology legen wir deshalb zu Beginn jedes Projekts fest, woran wir erkennen, wenn das jeweils aktuelle Problem gelöst ist. Im Normalfall definieren wir dazu Kennzahlen, an denen wir klar erkennen können, wann der Zielzustand erreicht ist. Gelegentlich sind die Ziele stärker qualitativ angelegt, doch auch dann braucht ein Projekt klare Kriterien dafür, dass es abgeschlossen ist. Denn Terminologie als Selbstzweck hilft nun wirklich niemand und dient nur dazu, dauerhaft Geld zu verbrennen.


