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Haben Sie sich auch schon gefragt, warum Ihr Digitalisierungsprojekt ins Stocken gerät, obwohl die Technik stimmt? Oft liegt der Grund in einer Produkttaxonomie, die nicht für digitale Prozesse ausgelegt ist. Was in analogen Zeiten kaum auffiel, entwickelt sich jetzt zum Bremsklotz. Gerade bei der Einführung digitaler Lösungen zeigt sich, wie entscheidend ein durchdachter Aufbau der Produkttaxonomie für eine erfolgreiche Digitalisierung ist.
Typische Stolpersteine bei der Produktklassifizierung
In unseren Projekten begegnet uns häufig, dass Produktdaten wie eine einfache Liste behandelt werden. Keine klare Hierarchie, keine sinnvolle Sortierung. Das führt insbesondere beim Variantenmanagement zu Schwierigkeiten.
Ein häufiger Fehler: Die Vermischung von Produkten, Komponenten und deren Eigenschaften innerhalb einer Taxonomie. Die Grenzen verschwimmen und Komponenten lassen sich häufig nicht sinnvoll kombinieren. Hinzu kommen unspezifische Benennungen wie „mit“ und „ohne“, die im Rahmen digitaler Weiterverarbeitung ohne Kontext kaum einen Mehrwert liefern.
Auch das Zusammenfassen von Merkmalen aus unterschiedlichen Klassifikationsbereichen sorgt für Überschneidungen. Die spätere Pflege wird dadurch mühsam. Gerade in komplexen technischen Umgebungen – etwa im Maschinenbau – rächt sich dies, wenn Produktwelten und Produktfamilien schwer zu unterscheiden sind.
Diese Stolpersteine haben direkte Auswirkungen auf Ihre Digitalisierungsprojekte.
Ohne saubere Taxonomie scheitert die Digitalisierung
Fehlt eine saubere Taxonomie, leidet die digitale Weiterverarbeitung. Variantenmanagement ist zum Beispiel nur möglich, wenn zuvor klar definiert wurde, welche Eigenschaften ein Produkt hat und wie sie benannt werden. Sobald dieselbe Eigenschaft in mehreren Taxonomieklassen auftaucht, entsteht Redundanz, die die Datenqualität gefährdet und automatisierte Prozesse blockiert. Eine Taxonomieklasse ist dabei eine übergeordnete Kategorie, unter dem verwandte Eigenschaften zusammengefasst werden – etwa Sicherheitsausstattung oder Produkt.
Schauen wir uns ein Beispiel an. Sie wollen Sicherheitsanweisungen für Maschinen mit Not-Aus-Funktion in Ihrem Redaktionssystem generieren – aber Ihr System findet diese Varianten nicht zuverlässig. Warum? Weil die Eigenschaft mal als Not-Aus unter „Sicherheitsausstattung“, mal als NOT-HALT unter „Bedienelemente“ und mal als Notabschaltung unter „Elektrische Eigenschaften“ klassifiziert ist. Das macht eine automatisierte Filterung unnötig komplex oder auch unmöglich, wenn verschiedene Eigenschaften kombiniert werden müssen, die aber derselben Taxonomieklasse angehören.
Unsere Tipps aus der Praxis
Hier sind die wichtigsten Grundregeln zur Produkttaxonomie aus unserer Praxis:
- Eigenschaftswerte immer spezifisch benennen:
Geben Sie immer den Kontext an, also statt „mit“/„ohne“ besser „Mit XY“ oder „Ohne XY“. - Keine Überlappungen in den Taxonomien:
Merkmale dürfen nur einer Taxonomieklasse zugeordnet sein. - Transparente Hierarchien schaffen:
Bauen Sie Produktkategorien über Unterkategorien bis hin zu klar benannten Varianten auf. - Klassifizierungskonzept dokumentieren:
Legen Sie klare Regeln und Begrifflichkeiten fest und bilden Sie diese im System ab. - Separate Taxonomien für Produktfamilien und Produkttypen:
Damit bleibt die Produktstruktur flexibel und nachvollziehbar. - Digitalisierung als kontinuierlichen Prozess begreifen:
Prüfen Sie das Klassifikationssystem regelmäßig und passen Sie es, wenn notwendig, an.
Damit sind Sie schon gut gerüstet für den Einsatz neuer Technologien, KI oder cloudbasierter Lösungen.
Fassen wir zusammen: Wer in eine durchdachte Produkttaxonomie investiert, schafft die Basis für reibungslose digitale Prozesse und zukunftsfähige Systeme. Wenn Sie Ihre Produkttaxonomie überprüfen möchten, sprechen Sie uns gerne an – wir unterstützen Sie mit unserer Erfahrung aus zahlreichen Projekten.


