Inhaltsverzeichnis
Nach über zwei Jahrzehnten als erfolgreiche On-Premise-Lösung kann SCHEMA ST4 seit einiger Zeit als Cloud-Lösung abonniert werden. Wie viele Software-Unternehmen sieht Quanos in dieser Option die Zukunft und möchte auch seine Bestandskunden dazu motivieren, in die bequeme Cloud-Version zu wechseln.
Die Vorteile liegen auf der Hand: immer die neueste Version, leicht zugreifbar für den Support, kein Warten auf die hausinterne IT, Zugang von überall, und statt einmalig hoher Investitionskosten fallen nur laufende Gebühren an.
Auch von unseren Kunden sind mittlerweile die ersten umgestiegen, und wir wollen die Gelegenheit nutzen, die bisherigen Eindrücke weiterzugeben und eine erste vorläufige Einschätzung zu wagen.
Redaktionsarbeit in der Cloud – Was ist anders?
Ein Unterschied zur On-Premise-Lösung fällt gleich zu Beginn der Arbeit mit ST4 auf: Die Anmeldung in der Cloud-Version ist anders. SCHEMA ST4 liegt in der AWS-Cloud; für die Anmeldung wird eine Microsoft-Entra-ID benötigt. Das bedeutet auch: Zweifaktor-Authentifizierung mit der Authenticator-App. Damit einher geht auch eine veränderte Nutzerverwaltung über ein neues Admin-Portal, welches aber dem alten Verfahren ähnelt. Das bekannte Rollen- und Rechtemodell bleibt also erhalten.
Nach dem Einloggen findet man eine Remote-Arbeitsumgebung vor, in der man den vertrauten Desktop-Client oder den neuen WebAuthor aufrufen kann. Ersterer ist tatsächlich 1:1 der vertraute Windows-Client in den bekannten Geschmacksrichtungen Author und Power, mit dem es sich nach dem Umstieg wie gewohnt weiterarbeiten lässt.
On-Premise bedeutet „vor Ort“ und beschreibt Software, die auf eigener Hardware im Unternehmen installiert und betrieben wird – im Gegensatz zu Cloud-Lösungen, bei denen die Software auf den Servern des Anbieters läuft und über das Internet genutzt wird.
Der AuthorClient wurde ergänzt durch den neuen WebAuthor, einer reinen Browser-Anwendung. Ein großer Vorteil: Über ein Bookmark im Browser ist dieser Client jederzeit sofort erreichbar. Anders als beim RichClient wird nicht erst die Remote-Umgebung bemüht, man kann sofort loslegen.
Für die Bearbeitung der Inhalte ist kein externer Editor wie Word oder XMetal mehr nötig. Diese Arbeit übernimmt jetzt (endlich!) ein integrierter Editor. Den Editor im Detail zu beschreiben, würde Umfang und Absicht dieses Artikels sprengen. Deswegen sei hier nur kurz erwähnt, dass die Kommentarfunktion umgestaltet wurde und jetzt an die des Acrobat Reader oder von MS Word angelehnt ist.
Was die Arbeitsumgebung und vor allem das Generieren von Ausgabe-Dokumenten angeht: Das lokale Laufwerk C Ihres Arbeitsplatz-PC lässt sich im virtuellen Desktop als Mapping einbinden, sodass im PowerClient eine direkte Verbindung zu Ressourcen-, Ausgabe- oder Datenverzeichnissen da ist.
Besser ist das!
Gerade fürs Homeoffice, wo der für hohe Ping-Zeiten empfindliche Verbindungsaufbau zwischen Client und Server vielen Anwender:innen ein altbekanntes Missliebikum bedeutete, bringt die Arbeit in der Cloud eine enorme Erleichterung mit sich.
Aber auch die Programmoberfläche des WebAuthor besitzt bereits einige hilfreiche neue Funktionen. So wurde die Suchfunktion überarbeitet und man kann jetzt eine gezielte Facettensuche nach Inhalten und Metadaten vornehmen. Auch die Eigenschaften-Anzeige besitzt eine neue Filterfunktion. Das ist besonders für Redaktionen nützlich, die sehr viel mit Metadaten und Taxonomien arbeiten. Insgesamt wirkt der WebAuthor recht aufgeräumt – besonders im Vergleich zu dem gewohnten Herumzupfen an Viewlets, dessen gestalterische Freiheitsgrade für das reine Authoring vielleicht auch noch nie unbedingt nötig waren.
Liste offener Punkte
SCHEMA ST4 als Cloud-Lösung ist noch relativ neu, insbesondere der WebAuthor lässt seine Jugend noch an einigen Stellen durchscheinen. Wir gehen davon aus, dass sich hier mit jedem anstehenden Release einiges tun wird. Hier lohnt es sich bei Interesse, aktuelle Informationen beim Hersteller zu erfragen.
So muss man Link-Objekte, die man bisher nebenbei beim Erstellen eines Querverweises im Editor erzeugt hat, VOR dem Öffnen des Editors anlegen, damit man sie im Content dann referenzieren kann. Auch lassen sich im Editor nur einzelne Knoten und Fragmente, keine Teilbäume – und auch keine eingebetteten Fragmente – bearbeiten.
Mit dem WebAuthor lassen sich Projekte erstellen und Publikationen durchführen. Im Gegensatz zu den Sehgewohnheiten sind hier wiederverwendete bzw. verknüpfte Inhalte nicht blau markiert und damit sofort erkennbar. Erst wenn man versucht, sie zu bearbeiten, erhält man die lapidare Meldung, man solle doch bitte den Ursprungsknoten wählen und dann diesen bearbeiten.
Das Bearbeiten von Callout-Grafiken ist bisher nur im PowerClient möglich.
Wechselkurs
Beim Wechsel in die Cloud geben Sie Quanos Ihre Daten in Form eines Dumps, der in die Cloud-Instanz eingespielt wird. Für die Zugänge benötigen Sie vorhandene oder neue Entra-IDs, viel mehr ist auf der technischen Seite nicht zu tun. Aber natürlich gibt es auch hier Dinge zu beachten, die man vielleicht nicht automatisch auf dem Schirm hat.
In der Cloud melden Sie sich mit Ihrer Entra-ID an, nicht mehr mit Ihrem lokalen oder AD-Account wie bisher. Für ST4 sind Sie damit jemand anders. Damit sind etwa Ihre Kommentare nicht mehr Ihre Kommentare und Sie können sie nicht mehr bearbeiten oder löschen. Laut Quanos ist dieses Problem inzwischen behoben. Wir empfehlen trotzdem, vor dem Wechsel möglichst viele Kommentare aufzulösen.
Wenn Sie eigene Schriftarten für Ihre Produktion verwenden, können Sie diese durch Quanos in der Azure-Umgebung des PowerClient installieren lassen. Da der WebAuthor aber in einer generischen Produktionsumgebung arbeitet, stehen diese dort nicht zur Verfügung. Das kann in einigen Redaktionen eine Anpassung der Arbeitsabläufe erfordern.
Dokument-Knoten („blaue Bücher“) enthalten Ausgabe-Pfade für die generierten Dokumente. Da Sie sich jetzt in einer Azure-Umgebung wiederfinden, zeigen diese Pfade mit hoher Wahrscheinlichkeit ins blaue Nirwana. Hier kann evtl. eine kleine Skriptlösung helfen, fragen Sie uns gerne!
Stand der Dinge
Das Fazit unserer Kunden und auch unsere aktuelle Einschätzung sind vorsichtig optimistisch. Gerade für Redaktionen, die SCHEMA ST4 ohne speziellere Anpassungen oder Anbindungen nutzen, ergeben sich durch den Umstieg in die Cloud einige Erleichterungen für die tägliche Arbeit und die laufende Administration.
Über Lizenzen und Preise werden wir vielleicht an anderer Stelle berichten, aber von der technischen Seite kann man mit dem aktuellen Stand schon gut arbeiten. Und nach allen bisherigen Erfahrungen wird sich das im Laufe der kommenden Versionen immer weiter verbessern.
Wenn Sie sich näher mit dem Ein- oder Umstieg zu SCHEMA ST4 in der Cloud beschäftigen wollen, wenn Sie Fragen zu Vorarbeiten oder zu Auswirkungen auf Ihre Redaktionsprozesse haben, wenden Sie sich gerne an uns!

